Praxis: Texte mit WDF*P*IDF optimieren

Texte optimieren mit WDF*P*IDF und Seolyze

Texte optimieren mit WDF*P*IDF und Seolyze

Sonntag, der Tag nach dem verlorenen Derby. Zudem schneit es draußen noch. Also eine prima Gelegenheit, mal wieder einen neuen Blogartikel zu schreiben. In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, wie du einen Text mit WDF*P*IDF optimierst. Dabei ist dieser Artikel ausdrücklich praxisorientiert und soll Textern einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in die Thematik bieten. Bei dem benutzen Tool handelt es sich um Seolyze.

Für den theoretischen Hintergrund schaue doch bitte bei folgenden Artikeln vorbei:

Was genau ist WDF*P*IDF und wofür ist es gut?

WDF steht für Within-Document Frequency und bezeichnet, wie oft ein Wort in einem Dokument vorkommt. IDF (Inverse-Document Frequency) beschreibt, wie hoch die Bedeutung eines Wortes für ein Dokument sein kann. P ist dabei ein Korrekturfaktor.

WDF*P*IDF versus Keyworddichte

Die Keyworddichte sollte eigentlich jedem Texter ein Begriff sein. Um einen Text für ein Keyword zu optimieren, wird eine Keyworddichte (1% – 7%) festgelegt, mit dessen Häufigkeit das Keyword in dem Text vorkommen soll. WDF*P*IDF geht einen ähnlichen, aber weitaus umfasserenden Ansatz. Bei diesem Ansatz wird der erstellte Text mit den Texten der ersten 10 Webseiten verglichen, die bei Google für das entsprechende Keyword oben ranken. Dabei werden alle Wörter betrachtet und nicht nur das Keyword, auf das optimiert werden soll. Denn ein guter Seotext ist nicht vollgestopft mit einem Keyword, sondern benutzt auch Synonyme und andere Begriffe aus dem Themenumfeld und zeigt so, dass das Thema des Textes verstanden und umfassend bearbeitet wurde. Hinzu kommt, dass Texte in erster Linie für den User geschrieben werden.

Warum macht WDF*P*IDF überhaupt Sinn?

Der Sinn von WDF*P*IDF lässt sich relativ leicht erschließen: Durch (überschaubaren) einmaligen Aufwand optimiert man die Inhalte einer Webseite und verbessert so die Onpage-Optimierung. Alles was man Onpage verbessert, kann man in dem Offpage-Bereich sparen. Wenn man sich in einem Analysetool wie Sistrix optimierte Webseiten mit guten Rankings anschaut, dann sieht man, dass diese in der Regel mit viel weniger Backlinks gute Rankings erzielen, als die Mitbewerber.

Aus eigenen Tests kann ich sagen, dass sich der Extraaufwand bis jetzt immer gelohnt hat. In meinem ersten Test habe ich einen Text auf ein Keyword optimiert, für das ich monatelang vorher kein Top 100-Ranking erzielen konnte. Innerhalb von weniger als einer Woche ist das Keyword dann auf Position 75 eingestiegen und in den folgenden Wochen ohne Linkaufbau (weder für die Unterseite noch die Webseite allgemein) auf 50 gestiegen. Auffällig dabei war, dass nicht nur das entsprechende Keywords in die Rankings eingestiegen ist, sondern die Unterseite auch 20 bis 30 weitere Rankings erhalten hat und somit mehr Rankings in der Breite erhalten hat. Darunter auch das Keyword im Singular.

Ein weiteres, aktuelleres Beispiel ist eine neue Seite in einem hart umkämpften Bereich (Vergleichsrechner). Ohne Linkaufbau ist die Seite auf Seite 6 eingestiegen und hat sich innerhalb einer Woche bis auf aktuell Position 21 vorgearbeitet.

Der optimale Workflow für Texter

Aus meiner Sicht als Seo ergibt sich nur ein sinnvoller Workflow, wie man einen neuen Text auf WDF*IDF optimieren kann:

  1. Die optimale Textlänge bestimmen
  2. Der Text wird geschrieben. Dabei sollte das Hauptaugenmerk darauf liegen, dass der Text für den Leser verfasst wird, eine klare Struktur aufweist und er sehr informativ ist. Niemand braucht einen Text, in dem sich nur nichtssagende Sätze aneinanderreihen.
  3. Im nächsten Schritt nimmt man den Text und wirft in in einen WDF*P*IDF-Editor (wie der von Seolyze) rein. Aufgrund der Erkenntnisse wird der Text dann leicht angepasst, um ihn zu optimieren.

Die optimale Textlänge bestimmen

Um die optimale Textlänge zu bestimmen, kann man wie folgt vorgehen. Man gibt auf Seolyze das Keyword ein und bekommt zu den ersten 10 Treffern die Textlängen angezeigt. Davon nehme ich den Durchschnitt aller Webseiten und schaue insbesondere, wie lang die Texte der ersten 5 Webseiten sind.

Ein kleines Beispiel:

Textlänge bestimmen

Die optimale Textlänge bestimmen

Für das Keyword „Baumhaus“ haben die ersten 10 Webseiten zusammen 5.355 Wörter. Dabei fällt auf, das zwei Webseiten nur sehr wenig Wörter aufweisen (2 und 15) und eine Weiterleitung darstellen. Den dritten kurzen Text mit 45 Wörtern kann man auch ausklammern. Der Durchschnitt beträgt also 762 Wörter (5.335 dividiert durch 7). Da die ersten vier Texte alle länger sind, würde ich hier eine Textlänge zwischen 750 und 1.250 Wörtern nehmen.

Wie optimiere ich einen vorhandenen Text auf WDF*P*IDF?

Nun zu dem eigenlich wichtigsten Part: die Optimierung des Textes, hier beispielhaft gezeigt mit Seolyze:

Im ersten Schritt starten wir den Editor durch einen Klick auf WDF*IDF-Editor und geben das Keyword an, auf das der Text optimiert werden soll, sowie die Google-Version (im meisten Fall steht in diesem Feld „de“ für Deutschland drin). Mit einem Klick auf „Start Seolyze“ werden nun die Texte der ersten 10 Webseiten für das Keyword analysiert.

Schritt 1

Den WDF*IDF-Editor von Seolyze starten

Nach dem Starten des Editors erhält man eine Darstellung, die sich aus einem Balkendiagramm und einem Verlaufsdiagramm zusammensetzt. Diese Darstellung sieht zum Beispiel so aus:

Graphische Darstellung der analysierten Texte

Graphische Darstellung der analysierten Texte

Die gelben Balken stellen die Durchschnittswerte für die Wörter auf der X-Achse. Die Wörter sind nach dem Durchschnitt absteigend sortiert. Die rote Kurve zeigt, wie oft ein Wort maximal in einem Text vorgekommen ist. Anhand dieser Darstellung kann man also folgende Informationen rauslesen:

  • die Wörter in dem thematischen Umfeld zu einem Keyword
  • die durchschnittlichen WDF*P*IDF-Werte
  • die maximalen Werte, alles darüber könnte als Spamsignal gewertet werden

Nun kann man in dem Editor seinen Text reinkopieren und analysieren lassen. Ein Beispieltext wäre:

Beispieltext

Ein Beispieltext für Seolyze

Die Werte aus dem eigenen Text werden dann als dritte Kurve über die Darstellung gelegt:

Der eigene Text wird zur Analyse hinzugefügt

Der eigene Text wird zur Analyse hinzugefügt

Der Beispieltext ist also für das Keyword „Baumhaus“ schon sehr gut optimiert, auch wenn er natürlich noch sehr kurz ist. Wörter, die thematisch nicht zu dem Text passen, sollte man auch nicht benutzen und auf Biegen und Brechen irgendwie einbauen. Hier ist das zum Beispiel „Kontakt“ oder „Baumhaus-Hotels“. Dadurch erhält man dann auch Texte, die sich von den anderen Webseiten unterscheiden. Google liebt nämlich nicht nur guten Content, sondern auch unterschiedliche Inhalte, um den Suchenden eine möglichst Breite Palette an Informationen liefern zu können.

Mit dem Editor muss man am Anfang etwas rumprobieren und der Beispieltext ist jetzt natürlich auch schon optimiert geschrieben worden. Wenn man den Text das erste Mal analysiert, sieht dieser nicht gleich so aus wie jetzt. Im Optimalfall sollte die eigene Kurve sich an dem oberen Ende der gelben Balken entlanghangeln und nicht oberhalb der roten Linie verlaufen.

Ein Fazit zu WDF*P*IDF:

Mein Fazit für WDF*P*IDF als Alternative zur herkömmlichen Keyworddichte fällt durchweg positiv aus. Durch ein wenig Mehraufwand bei der Texterstellung kann man sich eine Menge Aufwand bei der Offpage-Optimierung sparen. Zudem gehen die Rankings auch in die Breite, dass bedeutet, das der Text durch die Verwendung von weiteren Wörtern aus dem thematischen Umfeld neue Rankings gewinnt.

Für Texter ist dies aber ein Extraaufwand, der dann natürlich auch extra vergütet werden sollte. Aktuell bieten aber noch nicht viele Textagenturen einen solchen Service an. Meine Stammschreiber versuche ich aktuell, für dieses Thema zu sensibilisieren und dabei soll dieser Text natürlich auch als kleine Anleitung dienen. Dabei ist es aus meiner Sicht sehr wichtig, dass man den Text nicht direkt in dem Editor schreibt, um den Fokus auf den Leser nicht zu vergessen. Besser ist es, erst einen klar strukturierten Text mit vielen Informationen für den Leser zu schreiben und diesen dann durch Wortersetzungen oder kleinere Erweiterungen und Umschreibungen zu optimieren.

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Über Timo Fach

Ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit den Themen Seo, Open Source und Domains.