Gastartikel: Barrierefreies Webdesign ist auch bei Suchmaschinen beliebt

BITV

Die BITV regelt die Anforderungen an barrierefreie Webseiten

In diesem Artikel wird erkärt, was barrierefreies Webdesign ist, wofür es gut ist und warum barrierefreies Webdesign auch bei Suchmaschinen beliebt ist.

In Deutschland leben ca. 10 Millionen Menschen mit Behinderung. Damit diese Personengruppe im Alltag gleiche Chancen haben wie Menschen ohne Behinderung hat die Bundesregierung im Mai 2002 ein Gleichstellungsgesetz verabschiedet. In diesem Gesetz gibt es u.a. Einen § 11 Barrierefreie Informationstechnik. Hier wird festgelegt das staatliche Einrichtungen, z. B. Landratsämter, Finanzämter, Regierungsräsidien und Rathäuser dazu verpflichtet sind ihre Webseiten und Programme barrierefrei zu gestalten. Dies war die Geburtsstunde des Barrierefreien Webdesigns.

Was bedeutet Barrierefreiheit in der Informatik?

Barrierefreiheit in der Informatik bedeutet, dass Internetseiten, Programme und Mobiltelefone (Smartphones und Iphones) von Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Einschränkungen / Behinderungen genutzt werden können.

Welche Richtlinien gibt es für barrierefreies Webdesign?

Damit Ihnen die Zusammenhänge klar sind muss ich an einer anderen Ecke anfangen. Das World Wide Web Consortium (kurz W3C) ist ein Gremium welches Standards für das Internet festlegt. Innerhalb der W3C gibt es die Web Accessibility Initiative (WAI). Diese Initiative beschäftigt sich ausschließlich mit dem barrierefreiem Zugang zum Internet.

Die WAI hat Empfehlungen veröffentlicht für barrierefreies Webdesign, die Web Content Accessibility Guidelines (kurz WCAG). In Deutschland wurde dann aufgrund der WCAG eine Verordnung verabschiedet, die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (kurz BITV). Inzwischen gibt es schon eine zweite Version der BITV die als Grundlage die WCAG 2.0 hat. Die BITV 2.0 ist also die aktuelle Richtlinie wenn es darum geht eine Webseite in Deutschland barrierefrei zu machen.

Wer ist die Zielgruppe für barrierefreies Webdesign?

Aus dem bisher geschrieben geht ganz klar hervor dass die Zielgruppe für barrierefreies Webdesign Menschen mit Behinderungen sind. Für Gehörlose ist es wichtig, dass es Alternativen gibt wenn bestimmte Inhalte einer Webseite nur hörbar sind. Für Sehbehinderte und Blinde die keine Maus bedienen können ist es wichtig, dass eine Webseite komplett per Tastatur bedienbar ist.

Dann gibt es Einschränkungen die keine offizielle Behinderung sind, aber trotzdem Auswirkungen auf das wahrnehmen einer Webseite haben. Zum Beispiel Farbfehlsichtigkeit, besser bekannt als Farbenblindheit. Wenn eine Webseite zu wenig Farbkontrast zwischen Schriftfarbe und Hintergrundfarbe besitzt haben diese Menschen ein Problem.

Durch den Fortschritt der Medizin werden die Menschen immer älter. Somit steigt die Zahl der älteren Menschen die sich einen Computer kaufen um damit ins Internet gehen zu können. Diese Personengruppe hat oft Probleme mit zu klein gewählten Schriftgrößen auf einer Webseite. Ebenso kann es mit zunehmendem Alter Probleme geben mit der Koordination der Hände. Das bedeutet, dass diese Menschen nicht immer in der Lage sind den Mauszeiger punktgenau zu steuern. Deswegen können zu klein geratene Links ebenso ein Problem für ältere Menschen und Menschen mit motorischen Behinderungen sein. An den letzten beiden Beispielen können Sie sehen, dass es Probleme gibt die ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen betreffen können.

Die Suchmaschine ist blind!

In meinen obigen Beispielen habe ich bewusst blinde Menschen ausgeklammert. Sie möchte ich hier detailiert beschreiben und erklären was Blinde und Suchmaschinen gemeinsam haben.

Blinde Menschen haben eine Software die sich „Screenreader“ nennt. Dieser Screenreader liest den Bildschirm zeilenweise. Das gelesene kann dann in Blindenschrift übersetzt werden die der Blinde auf einer Braillezeile ertasten kann oder es kann dem Blinden vorgelesen werden. Da diese Software nur lesen kann ist es klar, dass Bilder und Videos zunächst mal nicht wahgenommen werden können von blinde Menschen. Deswegen benötigen Bilder und Videos Alternativtexte die vom Screenreader gelesen werden können.

Die Suchmaschinen können genauso wie der Screenreader nur lesen. Das bedeutet, wenn eine Webseite für den Screenreader von Blinden gut wahrnehmbar ist, ist sie ebenso für Suchmaschinen gut wahrnehmbar oder umgekehrt.

Somit ist barrierefreies Webdesign ebenso gut für Suchmaschinenoptimierung!

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Über Markus Lemcke

Markus Lemcke ist Software-Entwickler, Webseiten-Entwickler und Suchmaschinenoptimierer. Sein Spezialgebiet ist die barrierefreie Gestaltung von Webseiten und Software. kennt er sich bei Eingabehilfen des Betriebssystems Windows aus.